„Sterben in Würde oder Leben verlängern auf Teufel komm raus?“

20.07.2017

„Sterben in Würde oder Leben verlängern auf Teufel komm raus?“Im Rahmen des 16. Benefiz-Symposium im Domicilium in Weyarn trafen sich am 15.7.2017 die unterschiedlichsten Berufsgruppen und Menschen, die sich beruflich, privat oder ehrenamtlich mit den spannenden Themen Ethik und Würde sowie Verantwortung und Freiheit am Lebensende auseinandersetzten. In tiefgründigen Vorträgen und interessanten Arbeitsgruppen wurde das ethische Handeln in der palliativ-spirituellen Begleitung erörtert und diskutiert.

Prof. Dr. Michael von Brück betonte in seinem einleitenden Vortrag, dass „die Würde und Ehrfurcht vor dem Leben allen Handlungen in der palliativ-spirituellen Begleitung zugrunde liegen und Leben von Leben lebt.“ So einfach diese Sätze klingen mögen, umso intensiver ist die Botschaft, die sich darin verbirgt. Wie differenziert und komplex diskutiert und überlegt werden muss, wenn es um Leben oder Tod geht, stellte Frau Prof. Dr. Mariacarla Gadebusch Bondio eindrücklich anhand eines konkreten Beispiels aus dem Ethik-Komitee eines Münchner Krankenhauses vor. Gerade wenn es um multiple Krankheitsbilder, wie einer Krebserkrankung verbunden mit einer Suchtproblematik, geht, ist es wichtig, dass verschiedene Berufsgruppen und auch die Angehörigen gehört werden. Wie schwierig es ist, einen Menschen zu begleiten, der sich aufgrund seiner Erkrankung wünscht zu sterben, zeigte sich deutlich beim sehr persönlichen Beitrag von Dr. med. Guido Pfeiffer. Laut Pfeiffer sei die Frage essentiell, inwieweit die Angehörigen als Zurückgebliebene mit ihren Erinnerungen und ihrer Trauer begleitet werden und so eine Kunst des Weiterlebens entwickeln können.

Quer durch alle Vorträge, Arbeitsgruppen und Gespräche zog sich die Einsicht in die Wichtigkeit der menschlichen Beziehungen, die Sehnsucht nach Eingebunden-Sein, Zugehörigkeit und Teilhabe unabhängig des Lebensalters sowie die Achtung vor der unantastbaren Würde des Menschen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass sowohl der sterbende Mensch als auch seine Angehörigen und die begleitenden Menschen für ein würdiges Lebensende eine entscheidende Rolle spielen und dieses Zusammenspiel in sorgfältigen Gesprächen gepflegt werden muss.

Abschließend geht es im letzten Lebensabschitt nicht darum, „das Leben auf Teufel komm raus zu verlängern“, wie Prof. Dr. Lorenzl humorig postulierte, sondern jedem Menschen die Möglichkeit zu geben, sich in Würde vom Leben zu verabschieden.

Das Symposium fand im Rahmen der Palliativ-Spirituellen Akademie der Stiftung Domicilium e.V. statt und unter der ärztlichen Leitung von Prof. Dr. med. Stefan Lorenzl, Chefarzt Neurologie Krankenhaus Agatharied, und der spirituelle Leitung von Prof. Dr. Michael von Brück, Religionswissenschaftler und evangelischer Theologe.

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