Palliativ-Spirituelle Fortbildung 2016/2017

"Ihr möchtet das Geheimnis des Todes kennenlernen. Aber wie werdet Ihr es finden, wenn Ihr es nicht im Herzen des Lebens sucht?"
Khalil Gibran, Philosoph und Dichter

ARS Moriendi

18-monatige multiprofessionelle Fortbildung zur Palliative Care Fachkraft

Neben der Kompetenzerweiterung in Bezug auf die klassischen Palliative Care Themen leistet diese Fortbildung einen Beitrag zum Erlernen einer neuen Kultur des Lebens und Sterbens, der „Ars vivendi – Ars moriendi“ durch die Entdeckung und Erfahrung der eigenen Spiritualität angesichts der Endlichkeit des Lebens.

Ziel der Fortbildung

Das übergeordnete Ziel ist, die Lebensqualität von Schwerkranken und Sterbenden zu verbessern und ein weitestmöglich selbstbestimmtes Leben gemäß ihrer individuellen Bedürfnisse zu gestalten.

Ein multiprofessioneller Ansatz kann zu einem direkten Austausch auf Augenhöher zwischen Betroffenen, Angehörigen und professionell Betreuenden führen und eine wertschätzende Arbeit unterstützen. So wird durch einen gemeinsamen Erfahrungsraum eine Brücke zwischen den verschiedenen Professionen und den Schwerkranken, Sterbenden sowie deren Angehörigen geschaffen.

Die Fortbildung bezieht sich sowohl auf den kranken als auch auf den begleitenden Menschen und berücksichtigt deren existentiellen, ethischen und spirituellen Fragen.

Multiprofessioneller Ansatz

Die Palliativ-Spirituelle Fortbildung ist interdisziplinär und richtet sich an verschiedene Berufsgruppen sowie auch an Ehrenamtliche, Angehörige und Interessierte.

Diese Fortbildung ist gemäß der gesetzlichen Anforderungen an Ausbildungsstandards für Pflegekräfte konzipiert und beinhaltet alle Unterrichtseinheiten (160 UE) des Basiscurriculums Palliative Care nach Kern/Müller/Aurnhammer.

Die Unterrichtsinhalte des siebten Blocks sind gemäß dem Kursbuch Palliativmedizin, herausgegeben von der Bundesärztekammer und der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, speziell auf die inhaltlichen Anforderungen des Basiskurses Palliativmedizin für Ärzte abgestimmt.

Alle Teilnehmer erhalten eine Fortbildungs-Zertifizierung zur Kompetenzerweiterung in Palliative und Spiritual Care, ausgestellt durch die Domicilium Akademie.

Teilnehmerkreis

Diese Fortbildung richtet sich an alle, die an einem bewussten Umgang mit Sterben und Tod interessiert sind, insbesondere an Menschen, die
  • diesen Weg als Persönlichkeitsbildung für sich selbst suchen und ihre Kompetenzen um die Palliativ-Spirituelle Begleitung erweitern wollen;
  • ehrenamtlich in der Pflege, auf Palliativstationen, in Hospizen, ambulanten Hospizdiensten und Krankenhäusernarbeiten;
  • einen kranken oder sterbenden Angehörigen haben und ihr Wissen erweitern sowie einen palliativ-spirituellenUmgang mit dieser besonderen Lebenssituation suchen;
  • Erfahrung in diesem Berufsfeld aufweisen und sich weiter qualifizieren möchten, insbesondere Pflegende,Pflege- und SAPV-Fachkräfte, Ärzte, Seelsorger, Psychologen und sozialberuflich Tätige.

Teilnahmevoraussetzungen und Zertifikat

Die Teilnahme setzt die Bereitschaft an der Auseinandersetzung mit der eigenen Vergänglichkeit sowie einenstabilen und gefestigten Gesundheits- und Persönlichkeitszustand voraus.

Um die Fortbildung gemäß den Anforderungen der ambulanten und stationären Hospizarbeit und Palliativmedizin, Sozialgesetzbuch §39 a SGB V, 3132d i. V. m. §37b SGB V mit dem Zertifikat als „Palliative Care Fachkraft“ abzuschließen, ist eine examinierte Tätigkeit im Gesundheitswesen mit Praxisbezug Vorbedingung.

Die Fortbildung enthält das Curriculum "Basiskurs Palliativmedizin" gemäß der Weiterbildungsordnung für Palliativmedizin. Fortbildungspunkte werden bei der Bayerischen Landesärztekammer beantragt.

Zur Zertifikatvergabe sind eine Teilnahme an mindestens 90 % der 8 Unterrichtsblöcke sowie die Anfertigung einer Abschlussarbeit und ein erfolgreiches Abschlussgespräch notwendig.

Laien, Ehrenamtliche und Teilnehmer ohne pflegerisch-medizinischen Hintergrund sind ausdrücklich willkommen und erhalten nach Abschluss der Fortbildung ein Teilnahmezertifikat der Domicilium Akademie.

Fortbildungszeitraum

April 2016 bis Oktober 2017

Fortbildungsablauf

Die Palliativ-Spirituelle Fortbildung geht über 18 Monate und ist aufgeteilt in acht Fortbildungsblöcke (270 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten). Die gegenüber herkömmlichen“Palliative Care Kursen“ erhöhte Stundenanzahl setzt den Fokus auf die Zusatzschwerpunkte „Spiritual Care“ und „multiprofessioneller Ansatz“. Die acht Fortbildungseinheiten verteilen sich wie folgt über den Gesamtzeitraum: 2 x 1 Woche Blockunterricht, ein 5-Tages-Retreat, 5 Wochenendseminare und 2 Symposien.

Träger der Fortbildung

Träger des Sozialpreises der Landkreis Miesbach

Der gemeinnützige Verein Stiftung Domicilium fördert Spiritualität und Hospizarbeit. Er ist seit 1986 Träger eines Kursangebots, seit 2001 einer Palliativ-Spirituellen Akademie sowie seit 2004 einer Hospiz-Gemeinschaft und eines ambulanten Pflegedienstes (2007). Basis seiner Arbeit ist die Verbindung von Spiritualität, medizinischen und palliativen Themen mit sozialem Engagement.

Die Palliativ-Spirituelle Akademie unter dem Rektorat von Prof. Dr. Michael von Brück verbindet durch ihre Symposien und Weiterbildungen die sozial-ethische und medizinische mit einer spirituellen Ausrichtung.

Dozenten

Die interdisziplinäre Ausrichtung dieser Fortbildung spiegelt sich im Dozentenkreis wider, der sich mit seiner umfangreichen Erfahrung aus Wissenschaft, Praxis und Lehrtätigkeit in dieses innovative Palliativ-Spirituelle Fortbildungskonzept einbringt.

Michael von Brück

Spirituelle Leitung

Prof. Dr. Michael von Brück, Religionswissenschaftler und evangelischer Theologe, Autor, Meditationslehrer.

Gesamtleitung der Fortbildung, insbesondere „Spiritual Care“; Rektor der Palliativ-Spirituellen Akademie Domicilium





Stephan Lorenzl

Medizinische Leitung (zertifiziert von der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin)

Prof. Dr. med. Stefan Lorenzl, Chefarzt Neurologie Krankenhaus Agatharied

Aufbau einer speziellen neurologischen Palliativabteilung, Stiftungsprofessur in Palliative Care an der Medizinischen Privatuniversität Paracelsus, Salzburg




Helena Snela

Co-Leitung und Prozessbegleitung

Mag. phil. Helena Snela, Psychologin und Leitung der Domicilium-Hospizgemeinschaft,

betreut die gesamte Fortbildung als Co-Leitung vor Ort, sodass die Teilnehmer jederzeit auf eine erfahrene Prozessbegleitung zurückgreifen können.



Kosten

Die Kursgebühr für die gesamte Fortbildung beträgt 2.300 Euro – Ratenzahlungen sind möglich.

Die Kosten für Unterbringung und Verpflegung sind nicht in der Fortbildungsgebühr enthalten. Die Unterbringung direkt am Veranstaltungsort ist möglich und empfohlen.

Fördermöglichkeiten

Für katholische Einrichtungen und Institutionen im Gebiet der Erzdiözese München und Freising gibt es die Möglichkeit, eine Förderung der Palliativ-Spirituellen Fortbildung durch den Erzbischöflichen Hospiz- und Palliativfonds zu beantragen.

Nutzen Sie dieses Angebot und stellen Sie einen Förderantrag für diese Fortbildung.

Anmeldung und weiterführende Information

Gerne senden wir Ihnen ausführliches Informationsmaterial zu. Sie können die aktuelle Ausschreibung hier downloaden.

Die Anmeldung ist schriftlich oder online möglich.

AnmeldungAnmeldung für die gesamte Fortbildung
Kursgebühr 2.300 Euro für die gesamte Fortbildung über 8 Blöcke
Ratenzahlungen sind möglich, zzgl. Unterbringung und Verpflegung

Frau Prof. Dr. Gabriele Winkler, welche an der Fortbildung teilnimmt, hat ihre Eindrücke des ersten Wochenendes zu Papier gebracht. Nachbericht zu Block 1

Inhaltsüberblick der Palliativ-Spirituellen Fortbildung 2016/2017

Block 1// Wochenendseminar 22.-24.4.2016 (20 U-Std)
Einführung in das Thema Palliative-Spirituelle Begleitung: medizinisch und spirituell

Block 2// Fortbildungswoche 10.-16.7.2016 (60 U-Std)
Psycho-Somatische Erfahrungen: Die Kunst des Sterbens im Leben erlernen

Das Symposium "Psycho-Somatische Erfahrungen: Die Kunst des Sterbens im Leben erlernen" ist integraler Bestandteil dieses Fortbildungsblockes.

Block 3// Wochenendseminar 16.-18.9.2016 (18 U-Std)
Berührung, Achtsamkeit und Selbstfürsorge in der Hospizarbeit

Block 4// 5-tägiges Retreat 30.10.-4.11.2016 (48 U-Std.)
Wie Leben und Sterben zusammengehören: vom Umgang mit der eigenen Endlichkeit

Block 5// Wochenendseminar 24.-26.2.2017 (18 U-Std.)
Entwicklung einer kultursensiblen Haltung in der Palliativ-Spirituellen Begleitung

Block 6// Wochenendseminar 5.-7.5.2017 (18 U-Std.)
Heilende Kommunikation – am Krankenbett, mit Angehörigen, im Team

Block 7// Fortbildungswoche 9.-15.7.2017 (68 U-Std.)
Leben und Sterben in Würde mit Spiritual Palliative Care // Basiskurs für Ärzte

Block 8// Wochenendseminar 13.-15.10.2017 (20 U-Std)
Abschluss – Requiem: Religiös-ästhetische Dimensionen der Lebens- und Sterbebegleitung

Mitgliedschaften des Stiftung Domicilium e. V.